
Mit-Wirken
Herr Jansens Arbeitsstelle in der Tagesförderstätte ist in der Abteilung „Tierpflege“. Dort beteiligt er sich an verschiedensten Schritten der Versorgung der Tiere. Im Video ist beispielsweise zu sehen, wie er gemeinsam mit der Unterstützerin Frau Krebs die verschiedenen Futterbehälter auffüllt. 
Das Unterstützer*innenhandeln wird dabei besonders deutlich: Da Herr Jansen blind ist, begleitet Frau Krebs ihn bei jedem einzelnen Schritt. Gemeinsam tragen sie den Heubeutel und füllen die Raufe der Ziegen nach. Frau Krebs unterstützt Herrn Jansen so, dass er ertasten kann, wie voll die Raufe bereits ist, anstatt die Handlung stellvertretend für ihn zu übernehmen.
Mit-Erleben
Herr Jansen nimmt an diesem Nachmittag zum ersten Mal am Angebot „Show-Down“ teil – einem Tischtennisspiel für blinde und sehbehinderte Personen. Er erlebt die besondere Atmosphäre in der Turnhalle mit, geprägt von den charakteristischen Geräuschen des Spiels, etwa dem rhythmischen Klopfen der Bälle und probiert sich selbst aktiv im Spiel aus.

Die Unterstützerin, die das Sportangebot leitet, ermöglicht ihm dabei, sich Schritt für Schritt mit der Platte und den Spielutensilien wie Handschuhen und Schläger vertraut zu machen. Gemeinsam erkunden sie die gesamte Spielfläche, bevor sie mit Handführung langsam in das Spiel einsteigen. Die Unterstützerin erklärt jeden Schritt und begleitet Herrn Jansen so, dass er das Spiel für sich nachvollziehbar erleben kann.
Mit-Entscheiden
In der Wohngruppe zieht sich Herr Jansen nach seiner Rückkehr zunächst gerne zurück, um sich auszuruhen. Zum Feierabend versammeln sich die Mitbewohner*innen meist im großen Gemeinschaftsbereich mit Sofaecke und Esstisch, um sich auszutauschen, Musik zu hören oder gemeinsam zu spielen. Eine Unterstützerin fragt Herrn Jansen, ob er dazukommen möchte. Er entscheidet sich dafür und stößt zur Gruppe hinzu. Im weiteren Verlauf werden alle Bewohnenden einzeln gefragt, ob sie gemeinsam Musik hören oder tanzen möchten. Auch Herr Jansen gibt seine Zustimmung und gestaltet damit den gemeinsamen Moment aktiv mit.

Das Unterstützer*innenhandeln zeigt sich darin, dass Herr Jansen die Möglichkeit erhält, selbst zu entscheiden, ob er am gemeinsamen Prozess teilhaben möchte. Zudem wird seine Meinung bei der Gestaltung des gemeinsamen Moments ausdrücklich einbezogen, indem die Unterstützerin einen Raum eröffnet, in welchem alle Beteiligten ihre eigenen Wünsche äußern können.
Mit-gedacht werden
In einer Pause zwischen den Arbeitsschritten wird ein Lagerfeuer entzündet, an dem sich alle versammeln. Herr Jansen geht zunächst einer seiner Lieblingsbeschäftigungen nach – dem „Spülen“: Er hat einen Eimer mit warmem Wasser sowie zwei Becher, mit denen er sich immer wieder Wasser über die Hand gießt. Zunächst sitzt er abseits, wird dann jedoch von der Unterstützerin Frau Krebs zum Feuer geholt, da sich auch die meisten anderen Teilnehmenden dort eingefunden haben.

Das Unterstützer*innenhandeln zeigt sich hier darin, dass Herr Jansen als Teil der Arbeitsgruppe anerkannt wird und eingeladen wird, die Pause mit seinen Kolleg*innen zu verbringen. Die Idee, die Beschäftigten um ein Feuer zu versammeln, kann hier ebenfalls als wertvoller Beitrag der Unterstützenden gesehen werden, da durch das gemeinsame Aufwärmen am Feuer ein Gefühl von Gemeinschaft ermöglicht wird. Ergänzend dazu ermöglicht die Unterstützerin, dass Herr Jansen seine individuell gewählte Tätigkeit beibehalten und zugleich Teil der kollektiven Erfahrung sein kann.



Herr Jansen ist Teil der Tagesförderstätten-Gruppe „Tierwelt“, die sich um ein Außengelände mit aus dem Tierschutz geretteten Tieren kümmert. Dieses Gelände ist für Besucher*innen geöffnet, sodass dort regelmäßig Kindergartengruppen, Bewohner*innen des nahegelegenen Seniorenheims oder Familien aus der Umgebung vorbeikommen. Auf dem Gelände leben Hühner, Ziegen, Esel und Enten – entsprechend gibt es stets viele Aufgaben zu erledigen. Die Abteilung „Tierwelt“ übernimmt hierbei die gesamte Versorgung: von der Fütterung über das Ausmisten der Ställe bis hin zum Einkauf von Futtermitteln. In diesem Kontext ist Herr Jansen in die alltäglichen Versorgungsprozesse eingebunden.