In diesem Video geht es um Kognition und Handlungskompetenz bei Menschen mit komplexer Behinderung. Diese Themen sind wichtig für das Lernen und Handeln. Kognition umfasst alle Denkprozesse und die Informationsverarbeitung im Gehirn. Man kann sich das wie einen Trichter vorstellen, durch den alle Reize aus der Umwelt fließen.
Um bestimmte Informationen aufzunehmen, müssen wir unsere Aufmerksamkeit bewusst darauf richten. Wenn wir jemandem zuhören, müssen wir andere Geräusche ignorieren. Informationen gelangen in unser Arbeitsgedächtnis, wo sie nur kurz gespeichert werden können. Wenn wir sie nicht verarbeiten, gehen sie verloren. Strategien wie das leise Vorsprechen helfen, die Informationen besser zu behalten.
Menschen mit komplexer Behinderung haben oft Schwierigkeiten mit der Informationsverarbeitung. Sie können langsamer reagieren und sich schwer konzentrieren. Das Arbeitsgedächtnis ist oft überlastet, was das Lernen erschwert. Verhaltensauffälligkeiten wie impulsives Verhalten können auftreten, da die exekutiven Funktionen beeinträchtigt sind.
Ein Beispiel ist Herr Krämer, der im Gartenteam arbeitet. Er hat Schwierigkeiten, sich auf Anweisungen zu konzentrieren. Eine Checkliste mit Bildern hilft ihm, seine Aufgaben besser zu verstehen. Unterstützung bei der Handlungsplanung und -durchführung ist wichtig, um seine Motivation zu fördern.
Es ist entscheidend, die kognitiven Besonderheiten zu kennen, um die Umwelt so zu gestalten, dass Menschen mit komplexer Behinderung teilnehmen können. Strukturierte Abläufe und visuelle Hilfen erleichtern das Lernen. Positive Rückmeldungen stärken das Selbstbild und die Motivation. Individuelle Diagnostik ist notwendig, um passende Fördermaßnahmen zu entwickeln.