Das biopsychosoziale Modell von Behinderung betrachtet sowohl die Person als auch ihre Umwelt. Es wurde von der Weltgesundheitsorganisation entwickelt und ist als ICF bekannt. Dieses Modell zeigt, dass biologische und psychologische Faktoren, wie eine Hirnschädigung, in Wechselwirkung mit sozialen Bedingungen stehen.
Behinderung wird als Ergebnis dieser Wechselwirkungen verstanden. Es geht darum, dass die körperlichen Funktionen einer Person, ihre Aktivitäten und die Teilhabe an verschiedenen Lebensbereichen nicht im Einklang stehen. Eine Behinderung ist somit ein Problem der Passung zwischen den Fähigkeiten einer Person und den Gegebenheiten ihrer Umwelt.
Die Umwelt umfasst nicht nur bauliche Aspekte, sondern auch Kommunikationsweisen und gesellschaftliche Einstellungen. Eine schwere Behinderung kann durch körperliche und psychische Einschränkungen sowie durch Barrieren in der Teilhabe an der Gesellschaft entstehen.
Um Unterstützung zu bieten, müssen verschiedene Ebenen berücksichtigt werden. Zum Beispiel könnte eine Frau mit schwerer Behinderung, die Schwierigkeiten mit der Handmotorik hat, individuelle Fördermaßnahmen benötigen. Physiotherapie könnte helfen, ihre motorischen Fähigkeiten zu stärken.
Darüber hinaus sollten Barrieren in der Umwelt abgebaut werden. Werkzeuge könnten an ihre Greiffähigkeit angepasst werden, um ihre Teilhabe an Aktivitäten wie Kochen zu ermöglichen. Ein solches Verständnis von Behinderung fördert die Sichtweise auf Menschen mit Behinderungen und eröffnet neue Perspektiven in der praktischen Arbeit. Es erfordert jedoch auch, die Herausforderungen zu erkennen, die sich aus den Wechselwirkungen zwischen Person und Umwelt ergeben.