Im 18. Jahrhundert entstand ein neues Menschenbild. Der Mensch sollte sich selbst bestimmen, basierend auf seiner Vernunft. Diese Idee bedeutet, dass jeder Mensch unabhängig von seinem sozialen Stand oder göttlicher Vorbestimmung sein Leben selbst gestalten kann. Der Philosoph Kant betont, dass Selbstbestimmung mit Vernunft verbunden ist.
Doch was ist mit Menschen, die nicht über diese Vernunft verfügen? Eine phänomenologische Perspektive zeigt, dass wir immer auf andere Menschen angewiesen sind. Selbstbestimmung ist also nicht nur ein individueller Prozess, sondern auch von sozialen Beziehungen abhängig. Menschen mit Behinderungen haben oft nicht die gleichen Möglichkeiten zur Selbstbestimmung. Für sie kann dieser Gedanke zur Pflicht werden, um in der Gesellschaft bestehen zu können.
Um Selbstbestimmung zu fördern, sind bestimmte Kompetenzen notwendig. Menschen müssen lernen, ihr Leben aktiv zu gestalten. Dies ist besonders herausfordernd für Menschen mit komplexen Behinderungen. Der Ansatz der Imaginierung des Selbstes ist entscheidend. Pädagogische Fachkräfte sollten den Menschen als Subjekt anerkennen und ihm Alternativen bieten.
Es ist wichtig, dass Fachkräfte ihr eigenes Selbst reflektieren, um Zugang zum Selbst des anderen zu finden. Selbstbestimmung erfordert eine individuelle Herangehensweise. Die Eröffnung von Alternativen ist ein erster Schritt, um das Selbst zu entwickeln. Dabei sollte Selbstbestimmung nicht nur auf die Äußerung von Bedürfnissen reduziert werden, sondern auch das Miteinander und die Rücksichtnahme auf andere umfassen.