Wenn Menschen mit schwerer Behinderung älter werden, gibt es viele wichtige Aspekte zu beachten. Viele dieser Menschen haben ihr Leben lang in Institutionen gelebt und oft traumatische Erfahrungen gemacht. Sie waren häufig von Bildung und Arbeit ausgeschlossen, was ihre sozialen Netzwerke stark einschränkt. Besonders in der ehemaligen DDR lebten viele bis in die 90er Jahre in Psychiatrien.
Im Alter können soziale Kontakte weiter abnehmen, vor allem wenn Tagesförderstätten nicht mehr besucht werden können oder Angehörige versterben. Diese Personengruppe hat oft weniger Zugang zu tagesstrukturierenden Angeboten, die für andere Menschen selbstverständlich sind. Pflege wird häufig bereitgestellt, während pädagogische Angebote fehlen.
Alterserkrankungen treten bei diesen Menschen oft früher auf, häufig bereits im späten Erwachsenenalter. Chronische Erkrankungen sind ebenfalls weit verbreitet. Viele müssen über die Jahre hinweg zahlreiche Medikamente einnehmen, was zu Nebenwirkungen führen kann. Dies kann dazu führen, dass sie nicht das normale Alter erreichen und möglicherweise früher versterben.
Es ist wichtig, dass wir frühzeitig erkennen, welche Erkrankungen auftreten können und wie wir diese bekämpfen. Institutionen stehen vor der Herausforderung, Menschen mit erhöhtem Pflegebedarf bis zum Lebensende gut zu betreuen. Hierbei sind sowohl personelle als auch sachliche Bedingungen entscheidend. Die Mitarbeitenden müssen in Palliativpflege geschult werden, um die Bedürfnisse der Bewohner zu verstehen und zu erfüllen.
Ein zentraler Aspekt ist die Biografiearbeit. Wir sollten die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen am Lebensende berücksichtigen. Unterstützte Kommunikation kann helfen, Patientenverfügungen zu erstellen und Zukunftsplanungen durchzuführen. Es ist wichtig, dass wir wissen, was den Menschen gut tut und welche Menschen sie um sich haben möchten.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Vernetzung mit Palliativ- und Hospizdiensten. Diese Zusammenarbeit kann helfen, die Betreuung zu verbessern. Praktische Maßnahmen wie die Beobachtung von Symptomen, die Bereitstellung von Ruhezeiten und die Nutzung von Musik oder basalen Stimulationstechniken sind entscheidend.
Abschiedsrituale und eine Erinnerungskultur sind ebenfalls wichtig. Trauerangebote sollten in den Einrichtungen etabliert werden, um den Bewohnern und Mitarbeitenden zu helfen, mit Verlusten umzugehen. Die Teilnahme an Beerdigungen sollte selbstverständlich sein, und Orte der Erinnerung können helfen, die verstorbenen Personen zu ehren.
Insgesamt müssen wir sicherstellen, dass Menschen mit schwerer Behinderung auch in der letzten Lebensphase gut betreut werden und ihre Würde gewahrt bleibt.