In Hamburg gibt es ein Projekt namens "Auf Achse", das Menschen mit schwerer Behinderung die Möglichkeit bietet, in verschiedenen Betrieben und Organisationen zu arbeiten. Ziel ist es, dass diese Menschen einfache, sinnvolle Tätigkeiten außerhalb von speziellen Einrichtungen wie Tagesförderstätten ausführen können.
Die Erfahrungen zeigen, dass Menschen mit schwerer Behinderung oft in der Nachbarschaft kleine Aufgaben übernehmen. Dazu gehören Tätigkeiten wie das Abholen von Altpapier, das Schreddern von Akten oder das Bringen von Blumen in Apotheken und Arztpraxen. Diese Aufgaben sind einfach, aber sie sind wichtig und werden von der Umgebung geschätzt.
Die Menschen mit Behinderung werden von Mitarbeitern der Tagesstätte begleitet. Diese Unterstützung sorgt dafür, dass die Beschäftigten nicht allein gelassen werden. Die Betriebe, die Aufträge vergeben, stehen in engem Kontakt mit uns und organisieren die Arbeit so, dass sie für alle Beteiligten sinnvoll ist. Es ist uns wichtig, dass der Kontakt auf Augenhöhe stattfindet und dass Wertschätzung für die geleistete Arbeit vorhanden ist.
Die Offenheit der Betriebe und Nachbarn ist groß. Wenn die erste Hemmschwelle überwunden ist, entstehen oft stabile Beziehungen. Viele Auftraggeber freuen sich über die Unterstützung und schätzen die positive Auswirkung auf das soziale Klima in ihren Einrichtungen. Durch diese Art der Zusammenarbeit wird das Verständnis für die Fähigkeiten von Menschen mit Behinderung gefördert.
Ein Beispiel für die erfolgreiche Integration ist die Zusammenarbeit mit dem Musical "König der Löwen". Hier helfen Menschen mit Behinderung in der Maske, indem sie Handtücher für die Schauspieler vorbereiten. Diese Aufgaben sind oft ungeliebt, aber sie tragen zur Verbesserung des Arbeitsumfelds bei.
Ein weiteres Beispiel ist die Kooperation mit einer Kindertagesstätte, wo eine Fachkraft Bücher vorliest und eine junge Dame mit schwerer Behinderung dabei ist. Diese Präsenz fördert den Kontakt zu den Kindern und bringt das Thema Behinderung in den Kindergarten.
Die größte Herausforderung besteht darin, die Ressourcen der Menschen zu erkennen und passende Tätigkeiten zu finden. Wir glauben, dass jeder Mensch mit schwerer Behinderung außerhalb einer Institution arbeiten kann. Es ist wichtig, dass wir die richtigen Arbeitsangebote in der Nähe der Wohnorte schaffen und die Menschen dabei unterstützen, diese wahrzunehmen. So können sie aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und ihre Fähigkeiten einbringen.