Wellness & Entspannung

PROFIL

Ausatmen und wieder einatmen – den Atem im Körper spüren und loslassen. Bewusst den eignen Körper wahrnehmen, sich wohlfühlen, den Augenblick genießen und entspannen.

Der Begriff „Wellness“ steht für ein ganzheitliches Wohlbefinden. Es werden damit Angebote bezeichnet, die sich durch einen hohen Grad an körperlicher Bewusstheit auszeichnen, z.B. hinsichtlich Atmung, körperlicher Entspannung und Bewegung. Darüber hinaus gibt es eine große Bandbreite an sogenannten Wellness-Produkten, deren Anwendung ein positives Körpergefühl unterstützen soll. Auch eine bewusste Ernährung und ein bewusstes Wahrnehmen der Natur können zu Wellness gezählt werden.

Anspannung und Entspannung im Alltag erleben

Um entspannte Phasen als solche wahrnehmen zu können, ist es im Alltag wichtig, einen deutlichen Wechsel von Anspannung und Entspannung erleben zu können. „Anspannung“ wird z.B. durch Arbeitsangebote, gruppenbezogene Aufgaben oder Ämter ausgelöst. Auch Handlungen und Situationen, die von einer Person als körperlich herausfordernd oder emotional belastend empfunden werden, können zu physischer und psychischer Anspannung bzw. Stress führen.

Entspannung wird dann möglich, wenn die Grundbedürfnisse gestillt sind, keine Schmerzen auftreten, das Atmen leicht(er) fällt, die Situation als nicht belastend empfunden wird und die Fülle der Umwelteindrücke reduziert wird.

Es ist sinnvoll an Arbeits- und Bildungsorten Rituale zu etablieren, die im Alltag bewusst den Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung unterstützen. Angebote im Bereich „Wellness & Entspannung“ können dabei eine ganz unterschiedliche Länge haben, von kurzen Entspannungspausen bis hin zu spezifischen Themenwochen.

Das Bedürfnis nach Entspannung (und Wellness) sollte insbesondere auch bei älteren Beschäftigten im Blick behalten werden, um einer schnelleren körperlichen Erschöpfung zu begegnen (→ Älter werden).

Den eigenen Körper bewusst wahrnehmen

Im Alltag sind Menschen mit schwerer Behinderung meistens auf Unterstützung bei der Körperpflege angewiesen. Über den Bereich der Pflege hinaus bieten Angebote zu Wellness und Entspannung die Möglichkeit eine positive Körperwahrnehmung, das Wohlfühlen im eigenen Körper sowie ein Bewusstsein für das eigene Wohlbefinden zu unterstützen. Auch das Bedürfnis nach Nähe und Aufmerksamkeit für den eigenen Körper kann durch Wellness-Angebote berücksichtigt werden. Dabei ist zu beachten, dass die Intimsphäre der Beteiligten gewahrt bleibt und auf Zeichen des Unwohlseins und der Abwehr sofort reagiert wird.

Passive und aktive Formen der Entspannung

Oft werden mit „Wellness“ passive Formen der Entspannung verbunden, die ein körperliches Wohlbefinden hervorrufen, wie z.B. Massagen, Kosmetikbehandlungen, Saunabesuche oder Bäder. Doch auch Formen der aktiven Selbstentspannung gehören zu Wellness, z.B. Yoga, autogenes Training oder Waldspaziergänge.

Zum Wohlbefinden tragen entscheidend auch räumliche Bedingungen bei. So sollte z.B. der Übergang von Alltags- oder Arbeitssituationen zu Entspannungsangeboten auch durch das jeweilige Setting deutlich erlebbar sein. Eine entspannte Atmosphäre wird z.B. durch warme Farben, leise Musik, gedimmtes Licht, Grünpflanzen und ein geordnetes Umfeld unterstützt.

THEMENSPEKTRUM

Die folgenden exemplarischen inhaltlichen Impulse sollen die Breite des Themenspektrums herausstellen. Sie beziehen sich sowohl auf Mitarbeiter als auch auf Beschäftigte.

  • Pflegeprodukte für Haut und Haar nutzen (z.B. Gesichtsmaske, Lotion, Pflegeöl, Conditioner, Haarkur)
  • Maniküre und Pediküre durchführen (lassen)
  • Kosmetik selbst herstellen (Seifen, Cremes)
  • verschiedene Dufteindrücke und Dufterlebnisse genießen (z.B. durch Räuchern von Kräutern und Harzen, Duftkerzen und -öle)
  • unterschiedliche Pflegeöle und Lotions ausprobieren, zur Massage nutzen
  • Parfüm nutzen
  • in eine Drogerie bzw. Parfümerie gehen und neue Düfte kennenlernen
  • warme und kalte Kompressen zur Erfrischung und Entspannung auflegen (z.B. feuchtwarme Handtücher auf das Gesicht oder einzelne Körperteile legen)
  • Wasser über einzelne Körperteile fließen lassen, Schwämme zur leichten Massage nutzen
  • Kneipp-Anlage, Therme, Whirlpool, Erlebnisbad besuchen
  • Fußbäder machen
  • verschiedene Badezusätze ausprobieren (z.B. Badeöle, Schaumbäder)
  • sich selbst trocken föhnen oder geföhnt werden
  • angenehme Raumatmosphäre gestalten durch Zimmerpflanzen, Blumen, Gestecke
  • Naturmaterialien nutzen, um angenehme haptische Eindrücke zu unterstützen (z.B. Handschmeichler aus Holz, Speckstein)
  • ggf. in Entspannungssituationen Naturgeräusche einspielen (z.B. Meeresrauschen, Regen, Vogelgezwitscher)
  • vielfältige positive Geschmackserlebnisse ermöglichen → Essen & Trinken
  • das persönliche ‚Wohlfühlessen‘ kennen und mit Unterstützung zubereiten
  • verschiedene Genussmittel ausprobieren (ggf. auch zum Lutschen)
  • bewusst auf Genussmittel verzichten, fasten, eine Fastenkur durchführen
Icon für Literatur

Fenwick, G. (2015): Indian Head Massage for Special Needs: Easy-to-Learn, Adaptable Techniques to Reduce Anxiety and Promote Wellbeing. Singing Dragon.

Fieldhouse, J. (2003): The impact of an allotment group on mental health clients’ health, wellbeing and social networking. British Journal of Occupational Therapy, 66 (7), 286–296.

Fröhlich, A. (2014): Aktivitäten des täglichen Lebens schwerstbehinderter Menschen. In: Fröhlich, A./ Heinen, N./ Klauß, Th./ Lamers, W. (Hgg.): Impulse. Schwere und mehrfache Behinderung – interdisziplinär, S. 229–240.

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(weiterführende) MATERIALIEN